Die Geschichte
„Die Geschichte des höfischen Festes, eines der glänzendsten Kapitel abendländischer Kulturgeschichte, wartet ungeschrieben und kaum gesehen der Auferstehung aus den Grüften unserer Archive und graphischen Sammlungen.“ Richard Alewyn, Das Große Welttheater, München 1959
„Unser Treiben ist höchst frivol.“ Friedrich II., Rheinsberg, vor 1740
Die Idee der Höfischen Festspiele Potsdam fußt
auf der künstlerisch-repräsentativen Tradition des preußischen Hofes als Ort der Kunstförderung und der Nutzung
künstlerischer Potentiale zum Zwecke der Unterhaltung und
Repräsentation. Die so entstandenen künstlerischen Großevents
vergangener Zeiten – rauschende Bälle, Festzüge, pantomimische Tänze,
Kostümfeste oder „Pferde-Carrousels“ – bilden die Grundlage für eine
heutige Neugestaltung und Re-Inszenierung durch die Höfischen Festspiele
Potsdam. Der Rückgriff auf gut dokumentierte historische
Vorbilder ermöglicht dem Publikum, sich einen authentischen,
realitätsnahen und sinnlichen Eindruck vom preußischen
Hofleben vergangener Zeiten zu verschaffen.
Dem
Zuschauer wird dabei ein Reigen an einzigartigen Veranstaltungen
geboten, die von theatralen Aufführungen mit Musik, Tanz und Gesang bis zu sog. klassisch-barocken „Pferde-Carrousels“ reichen, also
„Rossballetten“ zu live vorgetragenen Bläsermusiken, in denen speziell
ausgebildete Pferde mit ihren Reitern, beide in barocker bzw.
klassizistisch nachempfundener Kostümierung, vorgegebene Spielhandlungen
in überlieferten Choreografien nacherzählen. Die Höfischen Festspiele Potsdam greifen dabei stets auf die historischen Quellen zudokumentierten Festlichkeiten zurück und bringen sie,
thematisch mit den Programmschwerpunkten der SPSG
abgestimmt, im Areal der preußischen Schlösser und Gärten zur Wiederaufführung.
Dem Besucher der Höfischen Festspiele Potsdam
wird eine neue, ungewohnte Betrachtungsweise auf Preußen und seine
Kulturgeschichte geboten, die sich jenseits des vorherrschenden,
vorwiegend von Militarismus und sog. 'preußischen Tugenden' bestimmten Bildes bewegt. Im Gegensatz dazu wird ihm hier ein lebensvolles,
sinnenfrohes, phantasiereiches Bild des preußischen Hofes und seiner
Bewohner offengelegt und ihm äußerst plastisch und sinnlich wahrnehmbar
vor Augen geführt, frei nach dem Motto
WAHRHAFT KÖNIGLICHE UNTERHALTUNG
